Wieviel Quadratmeter brauchen/wollen wir zum Leben?

Autor:

Leonhard Moser

Je größer desto besser? Zumindest in unseren Breiten scheint diese Meinung weit verbreitet.

Ein freistehendes Einfamilienhaus, zeitlos elegant eingerichtet, dazu noch in der Nähe von Wasser und mit guter Anbindung sowie kurzer Fahrzeit zum Arbeitsplatz. So sieht kurz umrissen die Traumimmobilie der Deutschen laut einer Studie von Interhyp (2019) aus. [1] Klingt erstmal nicht abwegig, auch nicht die Größe, denn drei Viertel der Deutschen wünschen sich mehr als 100 Quadratmeter zum Leben. Aber brauchen wir überhaupt so viel Platz zum Leben? Und woher kommt dieses Verlangen?

Steigender Lebensstandard

Der Wunsch nach einem großen Wohnraum ist nicht nur in Umfragen allgegenwärtig, er spiegelt sich auch in den Statistiken wieder. Getrieben durch den wachsenden Wohlstand hat sich die Nachfrage nach Wohnfläche in den letzen Jahren bzw. Jahrzehnten immer weiter gesteigert. Dies lässt sich auch an den angestrebten Extras erkennen: So wollen etwa drei Viertel nicht auf eine moderne Einbauküche, einen Garten oder eine Garage verzichten müssen – Knapp dahinter folgt bereits das Gäste WC. [1] Auch eine umfangreiche Stellfläche oder der Wunsch nach verschiedenen Nutzungsoptionen gewinnt an Bedeutung und ist in den Köpfen vieler Menschen mit einem großen Wohnraum gleichgesetzt. Ebenfalls nicht gänzlich vernachlässigt werden darf das Haus bzw. Eigenheim als Statussymbol – ähnlich wie bei Automobilen.

Großer Wohnraum – für viele erstrebenswert

Bigger is better?

Ist größer also wirklich besser? Beim Großteil scheint sich diese Vorstellung verankert zu haben. Es bleibt jedoch nach wie vor eine rein individuelle Angelegenheit wie viel Wohnraum als erforderlich oder erstrebenswert gilt, um sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen. Und seien wir mal ehrlich: Den Platz den man zur Verfügung hat benötigt man auch. Denn wer kennt sie nicht, die angefüllten Kellerräume mit Dingen, die man seit Jahren nicht mehr im Gebrauch hatte und die wohl auch in Zukunft ein eher tristes Dasein am Boden eines Umzugskartons fristen werden? Die überdimensionierten Kleiderschränke mit dem T-Shirt von vor 10 Jahren, das man aber aus nostalgischen Gründen nicht weggibt und doch „bestimmt im nächsten Sommer wieder mal anziehen wird“. Dass es auch anders geht, zeigt derzeit die Tiny House Bewegung die auch in unserer Umgebung immer mehr an Fahrt aufnimmt.

Tiny Houses: Mehr als nur Konstenreduktion?

Die Tiny House Bewegung hat ihre Ursprünge in den USA und bekommt seit der Finanzkrise 2007 immer größere Aufmerksamkeit. Obwohl aufgrund dieser Tatsache vor allem der finanzielle Vorteil einer kleineren Immobilie in den Vordergrund zu rücken scheint, haben sich in der Community vor allem der Begriff „Gesundschrumpfen“ oder die Entscheidung zu einem bewussten nachhaltigen Leben als Beweggründe etabliert. Diese mögen noch nicht für den Großteil der Bevölkerung erstrebenswert sein, allerdings stellen Tiny Houses für immer mehr Menschen eine Alternative zu den klassischen Wohnformen dar: Sei es nun als Pendler- oder Studentenwohnung, als Büro oder Ferienhaus. Und wer weiß, vielleicht orientieren sich in Zukunft mehr Menschen am Beispiel von Peter Lustig, der uns schon in den 80ern des Tiny House Konzept näher brachte.

Der originale Bauwagen aus der Sendung Löwenzahn auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg – Bild: Matthias Voss

[1] https://wohntraumstudie.interhyp.de/der-wohntraum/

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